Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos

Foto: Dr. JC Guimberteau

Das Fasziendistorsionsmodell wurde von dem amerikanischen Notfallmediziner und Osteopathen Stephen P. Typaldos von 1991-1996 entwickelt. Der Name setzt sich aus dem lateinischen Wort "Faszie" für Bündel und dem Wort "Distorsion" für eine Verdrehung oder Verrenkung zusammen.

Der Wiener Anästhesist Dr. Georg Harrer lernte Stephen Typaldos und das Fasziendistorsionsmodell 1997 kennen und war von 2001 bis 2007 der einzige von Stephen Typaldos autorisierte FDM Instruktor in Europa. Dr. Harter war auch Gründungsmitglied und erster Präsident der European FDM Association (EFDMA).

Funktion der Faszien

Foto: Dr. JC Guimberteau

Alle Strukturen des menschlichen Körpers wie z.B. Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen sind von Bindegewebe umhüllt, den sogenannten Faszien.  Diese Faszien sind einerseits für die Stabilität aber andererseits auch für die Gleitfähigkeit der verschiedenen Gewebe gegeneinander verantwortlich. Sie  übertragen mechanische Kräfte und wirken als Stossdämpfer. 
Die Faszien enthalten zahlreiche Rezeptoren, die auf mechanische Belastungen wie Druck oder Zug reagieren, ihre Stimulation beeinflußt das vegetative Nervensystem und verändert die Gewebespannung. In den Faszien finden sich auch glatte Muskelzellen, die wiederum über das vegetative Nervensystem die Faszienspannung verändern können. 

Störungen der Faszien

Foto: Dr. JC Guimberteau

Faszien haben keinen Anfang und kein Ende und bilden ein dreidimensionales Geflecht von sich überlagernden und ineinander übergehenden Gewebeschichten. Das erklärt auch warum eine lokale Faszienstörung (Verklebung, Distorsion) in einem weiter entfernten Bereich des Körpers Beschwerden verursachen kann.

Das Fasziendistorsionsmodell kennt 6 verschiedene Störungen der Faszien des Bewegungsapparates, die aufgrund der Selbstwahrnehmung des Patienten in Verbindung mit der visuellen und manuellen Diagnostik durch den Untersucher erkannt und differenziert werden können.

Durch das Fasziendistorsionsmodell werden auch chronische Schmerzzustände wie die Fibromyalgie als Verkürzung und Verklebung von Faszien interpretiert, die bisher oft als nicht behandelbar angesehen werden.

Behandlung von Fasziendistorsionen

Faszienbehandlung

Die Behandlung der Fasziendistorsionen erfolgt durch gezielte manuelle Techniken mit dem Ziel die zugrundeliegende Fasziendistorsion wieder rückgängig zu machen.

Klaus Eder (Chef-Physiotherapeut der Fußballnationalmannschaft und Sportphysiotherapeut des DSB) wendet die Behandlung nach dem Fasziendistorsionsmodell seit Jahren erfolgreich im Spitzensport an. Da nach dieser  Behandlung keine Schonung erforderlich ist und auf die Einnahme von Medikamenten meist verzichtet werden kann, bietet sich die Methode gerade für Leistungssportler an. Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Typaldos Methode in seine Ausbildung integriert.

Videos zur Osteopathie nach Typaldos

Ein Beitrag aus der Reihe Quarks & Co des WDR vom 15.04.2014 mit interessanten neuen Erkenntnissen zur Rolle der Faszien bei Schmerzen am Bewegungsapparat und zur Faszientherapie. Link zur Mediathek ...

Weitere TV-Beiträge finden Sie unter http://www.aim-typaldos.com/tv.html

FDM-Fortbildung der European FDM Association (EFDMA)

Zeugnis über die abgeschlossene Ausbildung zum FDM-Arzt nach der Ausbildungsordnung der European Fascial Distortion Model Association (EFDMA) fdm-europe.com in Hannover, unter Leitung von Dr. Georg Harrer, dem ersten von Stephen Typaldos autorisierten FDM-Instruktor in Europa.

Therapeutenverzeichnis

A.I.M. - Arbeitsgemeinschaft Interdisziplinäre Medizin
Liste der zertifizierten Ärzte und Therapeuten

Indikationen

Mit der Typaldos-Methode können zahlreichen Beschwerden am Bewegungsapparat erfolgreich behandelt werden. Einige typische Krankheitsbilder sind: